Genau das war meine Meinung! Dafür war ich sowieso nicht gut genug und überhaupt, mein Angestellten-Dasein war doch ausreichend. So dachte ich immer und fuhr Jahrzehnte gut damit. Ich arbeitete in internationalen Firmen, hatte tolle Jobs, die mir Spaß machten, verdiente gut und lebte für ein paar Jahre in Spanien. Alles bestens also!

Dann kamen unverschuldet Arbeitslosigkeiten und ich stand auf der Straße. Schnell stellte ich fest, dass ich mit all meiner Erfahrung und Sprachkenntnissen für den Markt mit Anfang Vierzig zu alt war! Wie frustrierend! Als ich dann Hartz IV beantragen musste, zog es mir den Boden unter den Füßen weg und hat mich psychisch sehr belastet.

Aller Anfang ist schleppend

Anfangs lief es dann auch nicht wie erwartet und es kamen nur hin und wieder Anfragen. In meinem Umfeld wurde mir daraufhin mehrfach geraten, die Preise doch zu senken. Aber zum einen hatte ich schon knapp kalkuliert und zum anderen biete ich hier eine ganz individuelle Betreuung der Hunde an. Mir war klar, dass es einfach seine Zeit dauern würde, bis mich die von mir gewünschten Kunden finden. Und so war es dann letztlich auch. Gerade zu dem Zeitpunkt, als ich anfing, über Plan B nachzudenken, kam eine Anfrage nach der anderen rein.

Nun, dachte ich, kehrt endlich Ruhe ein. Weit gefehlt! Die nächste Hiobsbotschaft kam: Meine Vermieter teilten mir nach 1 ½ Jahren mit, dass sie das Haus verkaufen wollten! Und dass, nachdem die Hundepension gerade richtig gut angelaufen war. Viel fehlte nicht und ich hätte das Handtuch geworfen! Nicht schon wieder von vorne anfangen, dachte ich nur! Aber dann kam in letzter Minute die Rettung durch eine Dame, die das Haus kaufte, nur damit ich hier wohnen bleiben konnte! Darüber bin ich nach wie vor täglich unendlich dankbar!

Und jetzt läuft es so gut, dass ich aktiv schon länger keine Werbung mehr mache, meine Kunden empfehlen mich über Mundpropaganda weiter. Ich bin glücklich und meine Kunden sind es auch!

Hartz IV und schlechtes Arbeitsklima

Kurze Zeit später winkte ein Job in einem Call-Center, den ich ohne groß zu Zögern annahm, wohlwissend, dass das vermutlich kein Traumjob sei. Aber alles erschien mir besser, als Hartz IV. Zudem ermöglichte mir dieser Job meinen Hund, den ich zu der Zeit schon lange im örtlichen Tierheim betreute, zu adoptieren. Leider stellte sich sehr schnell heraus, dass Call-Center für mich der blanke Horror war; wechselnde Schichten und das sehr schlechte Arbeitsklima waren nicht meins. Ich wurde immer öfter krank und so entschied ich, den Vertrag dort auslaufen zu lassen, wissend, dass nach 6 Monaten wieder Hartz IV winkte.

Die Gassigängerin von meinem Hund gab dann den Impuls zur Selbständigkeit mit dem Hinweis, dass ich doch viel Hundeerfahrung besitze und der Bedarf sehr groß sei. Also entschied ich, mit nunmehr 47 Jahren, diesen Schritt zu wagen! Viele schüttelten nur den Kopf, mich in dem Alter noch selbständig zu machen. Für mich fühlte es sich jedoch einfach richtig an. Zudem wollte ich nicht mehr von einer Firma abhängig sein, die dann vielleicht schließt oder verkauft wird, sondern mein Glück selber in die Hand nehmen. Im Grunde hatte ich ja nichts zu verlieren und brauchte auch keine Investitionen tätigen, ein Auto hatte ich und Schuhe zum Gassi gehen auch.

Ein Herz für Tiere, das hat Astrid Webers

Mit Mundpropaganda Richtung Ziel

Gesagt, getan, Gewerbe angemeldet, Facebook-Seite eingerichtet und fleißig Werbung gemacht. Es lief leidlich gut an, war aber weit von der Prophezeiung entfernt, die ich erhalten hatte. Jedoch kamen recht schnell erste Anfragen, ob ich Hunde auch bei mir zuhause aufnehmen würde, was in der damaligen Wohnung nur mit maximal einem Gasthund möglich war. Zwischenzeitlich verflog die Zeit und Hartz IV war erneut beantragt. Dieses Mal fiel es leichter, wusste ich doch, dass ich selber aktiv war und einfach nur eine gewisse Zeit eine Unterstützung brauchte. Leider war es jedoch gefühlt so, dass mir vom Amt mehr Steine in den Weg gelegt wurden. Diese teils respektlose Behandlung wortlos zu schlucken, war nicht einfach, aber ich hatte keine andere Wahl, da ich auf das Geld angewiesen war.

Zwischenzeitlich wurde mir ein kleines Häuschen mit großem Garten zu einer sehr preiswerten Miete angeboten. Mit klopfendem Herzen und leerem Konto unterschrieb ich den Mietvertrag. Mir war klar, dass das Ärger mit dem Amt geben würde und so war es dann auch. Man sah dort überhaupt nicht ein, dass nun endlich meine Selbständigkeit ausgebaut werden konnte. Die erforderliche Genehmigung beim Veterinäramt wurde beantragt, welche ich nach kurzer Zeit auch problemlos erhielt.

Aufgeben ist keine Option

Die letzten knapp 10 Jahre waren alles andere als einfach und es gab mehr Tiefen als Höhen. Mehrfach war  ich davor, alles dranzugeben, weil ich einfach nicht mehr konnte. Aber aufgeben war irgendwie doch keine Option für mich. Und heute bin ich sehr stolz darauf, was ich gemeistert habe.

Mittlerweile arbeite ich sogar aktiv an einem 2. beruflichen Standbein, einfach weil ich Lust habe, noch was anderes zu machen und mir auch ein wenig die geistige Auslastung fehlt.

Mehr Informationen zu Astrids Hundepension findest Du HIER.

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Und hier findest Du alle Informationen rund um Deinen Businesseintrag bei Frau mit Bizz.

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